Als ich mich neulich mit einem Freund unterhielt, der genau wie ich gerade erst ein Kind bekommen hat, fragte er mich, was denn so mein ‚Projekt‘ während der Elternzeit sei und mit was ich mich beschäftigen würde. Erstmal war ich einigermaßen irritiert von der Frage, denn in erster Linie wäre meine Antwort – na, ein Kind großziehen.. Aber tatsächlich habe ich Lust, die Zeit (wenn denn welche übrig bleibt) noch für etwas anderes zu nutzen als nur den Haushalt zu schmeißen. Da ich schon längere Zeit auf einem kläglichen Chinesisch-Niveau rumdümpel und ich mich gerade wieder mit Chinesisch-Apps beschäftige, habe ich beschlossen, mein Chinesisch ordentlich aufzumöbeln. Bis August 2021 habe ich dafür Zeit (dann gehe ich wieder arbeiten) und folgende Tools habe ich mir dafür zurechtgelegt:
- HelloChinese ist eine wirklich gute Lernapp, die einem im neuen Kurs etwa 1000 Vokabeln und die wichtigste Grammatik beibringt
- Meine Kollegin ist Chinesin, mit ihr werde ich per Sprachnachrichten üben
- Mit HiNative kann man Texte und Gesprochenes von Muttersprachlern korrigieren lassen
- Wenn HelloChinese nicht mehr reicht, kann ich mit LinQ neue Texte und Vokabeln lernen
- Sollte es mein Wortschatz bis dahin zulassen, werde ich VIKI ausprobieren, wo man chinesische (und japanische und koreanische) Serien mit Untertiteln schauen kann
Das Sprachenlernen ist deshalb eine ganz gut geeignete Aktivität, da es dabei nicht darum geht, sich stundenlang auf eine Sache zu konzentrieren (wie es zum Beispiel beim Bücherlesen oder Unreal-Engine-Lernen der Fall ist), sondern man kurze Lektionen in die kleinen Lücken im unvorhersehbaren Eltern-Alltag quetschen kann.
Ich bin gespannt, wie weit ich mit den gewählten Tools kommen werde, bevor ich mir einen Tandempartner oder einen Lehrer suchen muss. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das die wahrscheinlich schnellste Art wäre, Chinesisch zu lernen, aber zum einen sind Lehrer verhältnismäßig teuer und einen Tandempartner mit meinen nichtvorhandenen Skills zu langweilen traue ich mich erst, wenn ich ein gewisses Niveau erreicht habe. Auf Französisch habe ich bspw. überhaupt kein Problem, mit wildfremden Leuten zu quatschen, auf Japanisch muss ich aber so lange über einen einzigen Satz nachdenken, dass ich Gefahr laufe, mein Gegenüber dabei einzuschläfern.
Der Grund meiner Ankündigung hier ist natürlich auch die Idee, mich selbst ein bisschen unter Druck zu setzen und meinen Fortschritt zu dokumentieren. Wie weit ich in einem (knappen) Jahr kommen werde, kann ich schwer absehen, deshalb habe ich mir auch kein genaueres Ziel gesetzt (und auch, weil ich zur Zeit noch keine Ahnung habe, wie man bei Chinesisch das Niveau überhaupt messen kann). Sobald ich eins habe, wirst du aber hier sicherlich darüber lesen.
Also dann: Los geht’s!
Titelbild: zhang kaiyv on Unsplash